Wie lange „arbeitet“ die Biene für ein Kilo Honig?
Für ein Kilo Honig befliegt die Biene bis zu 10 Millionen Blüten ...

Ein leckeres Brot dick mit Honig zu bestreichen, ist heute eine Selbstverständlichkeit. Dass dies möglich und erschwinglich ist, verdanken wir den Imkern. Mit ruhiger Hand und viel Erfahrung pflegen sie die Bienenvölker und fördern ihre Entwicklung. Sie bekämpfen Krankheiten und helfen, die Bienen gut über den Winter zu bringen. Erst die moderne Imkerei macht es möglich, große Mengen an Honig in bester Qualität zu ernten.
Doch Imker und ihre Bienen tragen nicht nur Verantwortung für den süßen Genuss, sondern sind auch von entscheidender Bedeutung für die Landwirtschaft. Nur wenn genügend Bienen vorhanden sind, um die Pflanzen zu bestäuben, können die Bauern eine gute Ernte einfahren. Natürlich sorgen die Bienen ebenso bei Wildpflanzen für die notwendige Bestäubung. Damit leisten Imker auch einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz.
Für die Honigproduktion fliegen Sammelbienen aus und saugen mit ihrem langen Rüssel Blütennektar oder Honigtau auf. Dieser wird mit Speichel vermischt und in der Honigblase gespeichert. Im Bienenstock lagern die Stockbienen den noch sehr wasserhaltigen Honig in den Waben. Immer wieder saugen sie ihn in ihre Honigblase und geben ihn wieder ab. So entziehen sie dem Honig Wasser. Hierzu trägt auch die hohe Temperatur im Bienenstock bei, die 30 bis 35 °C beträgt. Das enzymhaltige Speichelsekret der Bienen wandelt die Mehrfachzucker in Einfachzucker um. So reift der Honig einige Tage. Ist der Honig fertig, verschließen die Bienen die gefüllten Waben mit einem Wachsdeckel.
Um den Honig zu ernten, entnimmt der Imker die Wabenrähmchen. Zunächst entfernt er die Wachsdeckel. Dann wird das Wabenstück in eine Zentrifuge eingespannt und der Honig aus den Waben geschleudert. Ein feines Sieb filtert nun Wabenreste, Pflanzenteilchen und Fremdstoffe heraus. Anschließend kann der Honig abgefüllt werden.
Neben der Honigernte hat der Imker über das Jahr zahlreiche weitere Aufgaben
zu erfüllen. Er muss seine Bienenvölker ständig beobachten. Nur so erkennt er, in welchem Zustand sie sich befinden, ob es an der Zeit ist, ein Volk zu teilen oder ob Krankheiten zu bekämpfen sind. Es liegt in der Hand des Imkers, die Entwicklung der Völker vorausschauend zu lenken. Die regelrechte Zucht von Bienen bleibt jedoch meist großen Imkereien oder speziellen Bienenzüchtern vorbehalten.
Auch auf die Wetterbedingungen und die Blüte in der Umgebung hat der Imker immer ein waches Auge. Dadurch weiß er beispielsweise, welche Trachten seine Bienen gerade sammeln. Im Herbst erhalten die Bienen die Wintereinfütterung, damit sie Vorräte für den Winter einlagern können. Zudem bessert der Imker die Bienenstöcke aus und macht sie winterfest.
Schon vor Tausenden von Jahren wurden den Bienen gezielt Behausungen angeboten. So konnten die Menschen leichter an den begehrten Honig gelangen. Zunächst verschlossen sie ausgehöhlte Baumstämme an zwei Seiten mit Brettern.
Die ersten „Bienenstöcke“ waren geboren. Solche klassischen „Klotzbeuten“ wurden bis in die Neuzeit verwendet und teilweise reich mit Schnitzereien verziert. Im alten Ägypten hielt man Bienen teilweise in Tonröhren. Zudem gab es auch Bienenkörbe. Seitdem dienten Körbe aus Stroh, Rohr oder Binsen in vielen Gegenden der Welt als Bienenwohnung. In all diesen Bienenbehausungen sind die Waben jedoch fest eingebaut. Zur Gewinnung des Honigs muss also immer ein Teil des Bienenstocks beschädigt werden.
Mitte des 19. Jahrhunderts wurden bewegliche Wabenrähmchen erfunden. Diese können nun bequem entnommen, vom Honig „befreit“ und anschließend wieder eingehängt werden.