FAQ - Die meistgestellten Fragen

Was Sie schon immer über Honig wissen wollten:


1. Wann darf ein Honig als „kalt geschleudert“ bezeichnet werden?

Die Bezeichnung „kalt geschleudert“ darf nur bei besonders sorgfältiger Gewinnung, Lagerung und Abfüllung des Honigs verwendet werden. Kalt geschleuderte Honigarten weisen bestimmte, nachprüfbare Qualitätsmerkmale (Wassergehalt, HMF-Wert, Enzymaktivität) auf.

2. Warum sind einige Honige flüssig, andere fest?

Die Konsistenz eines Honigs hängt vor allem von der trachttypischen Zusammensetzung des natürlichen Zuckers ab. Enthält ein Honig besonders viel Fruchtzucker (Fruktose), so bleibt er lange flüssig. Ist dagegen mehr Traubenzucker (Glukose) enthalten, kristallisiert er schon bald nach der Ernte aus. Auch die Fermente (Enzyme) im Honig bewirken eine Umwandlung der Zucker. Deshalb kristallisiert Honig mit der Zeit aus und wird umso fester, je länger er lagert.

3. Was ist ein BIO-Honig? Wie funktioniert biologische Imkerei?

Als BIO-Honige können nur Honige bezeichnet werden, die nach streng definierten Kriterien produziert wurden. Bio-Imker dürfen ihre Bienen nur in unbelasteten Gebieten ausfliegen lassen. Die Bienenstöcke bestehen hauptsächlich aus natürlichen Materialien, wie z. B. Holzkästen. Zur Bekämpfung von Krankheiten verwenden Bio-Imker vorwiegend natürliche Mittel und verzichten auf chemisch-synthetische Medikamente. Als Winterfütterung erhalten die Bienen ihren eigenen Honig und Pollen. Hier finden Sie mehr Informationen zur biologischen Imkerei.

4. Wie lange ist Honig haltbar?

Bei richtiger Lagerung ist Honig im Prinzip unbegrenzt haltbar. Es wurden sogar Honige als Grabbeigaben in den ägyptischen Pyramiden von 3.200 v. Chr. gefunden, die heute noch genießbar sind. Allerdings verliert der Honig bei langer und unsachgemäßer Lagerung einen Teil seiner wertgebenden Inhaltsstoffe.

5. Wie lagert man Honig am besten und wie wird auskristallisierter Honig wieder flüssig?

Honig sollte dunkel, trocken und nicht zu warm aufbewahrt werden. Da Honig schnell Fremdgerüche annimmt und stark wasseranziehend (hygroskopisch) ist, sollte er am besten in einem fest verschlossen Glas gelagert werden. Im Laufe der Lagerung kristallisiert Honig aus und wird fest. Dies ist ein natürlicher Vorgang und beeinträchtigt die Qualität nicht. Wer Honig jedoch lieber flüssig mag, kann ihn vorsichtig im Wasserbad erwärmen. Dabei sollte die Temperatur unbedingt unter der Bienenstocktemperatur von 40°C bleiben, damit die hitzeempfindlichen Inhaltsstoffe des Honigs nicht geschädigt werden.

6. Wie viel müssen die Bienen arbeiten, um ein Kilo Honig zu erzeugen?

Um ein Kilo Honig zu erzeugen, sind ungefähr drei Kilogramm Blütennektar nötig. Eine Biene muss bis zu 10 Millionen Blüten befliegen, um diese Menge an Nektar zu sammeln. Dabei legt sie eine Strecke von ungefähr 40.000 Kilometern zurück. Das heißt, sie fliegt quasi einmal um die Erde.

7. Wie kann der Imker bestimmte Honigtrachten, wie z. B. Rapshonig oder Akazienhonig ernten?

Sortenreine Trachthonige, wie Rapshonig oder Akazienhonig, kann der Imker Dank der Trachstetigkeit der Bienen ernten. Denn Bienen sammeln Nektar oder Honigtau von derselben Pflanze, bis sie nichts mehr finden. Um beispielsweise Rapshonig zu ernten, stellt der Imker seine Bienenstöcke an große Rapsfelder. Er beobachtet die Bienen und kann beispielsweise an ihren Pollenhöschen erkennen, ob sie tatsächlich die gewünschten Pflanzen anfliegen. Ob der Honig tatsächlich sortenrein ist, kann mithilfe einer Pollenanalyse kontrolliert werden.

8. Ist Honig gesünder als Zucker?

Honig besteht zu 80 Prozent aus natürlichem Zucker. Dies sind in erster Linie natürlicher, wertvoller Traubenzucker und Fruchtzucker, die besonders leicht ins Blut übergehen und schnell Energie liefern. Im Gegensatz zum herkömmlichen Raffinaden-Haushaltszucker enthält Honig zusätzlich einige Eiweiße, Mineralstoffe und geringe Mengen von Vitaminen. Vor allem die im Honig enthaltenen Enzyme und Inhibine machen Honig zu einem besonders wertvollen Süßungsmittel.

9. Ab wann kann man Kindern / Säuglingen Honig geben?

Ab dem Alter von einem Jahr können Kinder Honig problemlos genießen. Bei kleineren Kindern ist die Darmflora und damit das Abwehrsystem noch nicht vollständig entwickelt. Da Honig ein naturbelassenes Produkt ist, kann er wie andere Rohkost auch in seltenen Fällen Sporen von Clostridium botulinum enthalten. Diese für Erwachsene harmlosen Bakteriensporen können bei Säuglingen den gefährlichen Säuglingsbotulismus verursachen. Auch wenn eine Erkrankung durch Honigverzehr eher unwahrscheinlich ist, sollten Kinder unter einem Jahr vorsichtshalber keinen Honig essen.

10. Ist Honig für Diabetiker geeignet?

Auch Diabetiker können Honig in kleinen Mengen genießen. Honig besteht zu einem großen Teil aus Fruktose (Fruchtzucker), der langsamer ins Blut übergeht und somit für Diabetiker günstiger ist. Andererseits enthält Honig jedoch auch Glukose (Traubenzucker), die den Blutzucker schneller ansteigen lässt. Für Diabetiker empfehlen sich also Honigtrachten mit einem höheren Fruktose-Anteil. Dies sind vor allem die flüssigeren Honige, wie beispielsweise Akazienhonig. Auf jeden Fall sollten Diabetiker ihre Ernährung und auch die Verwendung von Honig mit dem Arzt absprechen.